Forschungsbetrieb nach Brandalarm wieder normal angelaufen
30.01.2012
Nach dem Feuerwehreinsatz am Freitagnachmittag auf dem Institutsgelände von NEXT ENERGY konnte der Forschungsbetrieb am heutigen Montag, 30. Januar 2012, wieder in gewohnter Weise aufgenommen werden. Lediglich das Labor, in dem der Brandalarm ausgelöst wurde, wird den Wissenschaftlern einige Zeit nicht zur Verfügung stehen. Hier hat die Ursachenforschung oberste Priorität.
Dem aktuellen Stand nach war am Freitag gegen 15 Uhr eine 1,5 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Zelle bei einem Testlauf in einer Klimakammer geborsten. Daraufhin schlug die Warnanlage im Gebäude an. Auch die Sicherheitssysteme im Labor reagierten sofort, so dass der Klimaschrank mit Stickstoff geflutet wurde, um eine Brandentwicklung zu verhindern. Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Labor. Die rund 40 Mitarbeiter, die sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude befanden, gelangten sicher ins Freie.Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr wenige Minuten später eintrafen, lagen zunächst noch keine Erkenntnisse über die Ursache und damit auch über mögliche freigesetzte chemische Stoffe vor. Entsprechend wurden Spezialkräfte angefordert, um das Labor mit einem Erkundungstrupp unter Vollschutz zu begutachten. Parallel wurde vor dem Institutsgebäude ein Dekontaminierungplatz eingerichtet. An dem Einsatz waren rund 50 Feuerwehrkräfte beteiligt. Letztlich handelte es sich bei dem Umfang um reine Sicherheitsmaßnahmen, die bei Augenzeugen allerdings Schlimmeres befürchten ließen.

Den in Brand geratenen Papierstapel hatten die Einsatzkräfte am Freitag zum Löschen ins Freie gebracht.
Offenes Feuer hatte es im Labor nach derzeitigen Erkenntnissen nicht gegeben. Allem Anschein nach hat jedoch die von der Feuerwehr durchgeführte Zwangsbelüftung des Raumes mit starken Ventilatoren zu einer Entfachung eines einzelnen Glutnestes geführt. Dabei geriet eine nebenstehende Rolle Reinigungspapier in Brand und verursachte eine starke Rauchentwicklung. Die meisten in der Presse veröffentlichten Bilder wurden in diesen Minuten aufgenommen. Eine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt bestand durch den dichten Qualm zu keiner Zeit.
Nachdem die Feuerwehr weder vor noch im Gebäude erhöhte Messwerte feststellen konnte, beendete sie den Einsatz gegen 18 Uhr. Ein Lob fand Einsatzleiter Jens Gabriel-Jürgens für die Sicherheitsvorkehrungen bei NEXT ENERGY: „Das Gebäude wurde von den Mitarbeitern vorbildlich geräumt. Wir erhielten gleich bei Eintreffen die Information, dass sich keine Personen mehr im Innern befinden.“ Auch während des Einsatzes haben die Chemie-Experten von NEXT ENERGY beratend zur Seite gestanden.
Um jedes Restrisiko auszuschließen, waren mehrere NEXT ENERGY-Mitarbeiter seit dem Vorfall durchgängig damit beschäftigt, Sicherheitsaspekte zu bearbeiten und den genauen Zustand des Gebäudes zu untersuchen. Proben wurden an mehreren Stellen genommen, gefährliche Konzentrationen von Gasen oder Chemikalien aber nicht gefunden.
Die Aufarbeitung des Vorfalls wird voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen und durch externe Gutachter unterstützt. "Wir sind sehr erleichtert, dass unsere Sicherheitssysteme und Evakuierungspläne funktioniert haben, so dass es keine Verletzten gab", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Carsten Agert. "Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften der Feuerwehr, die mit großer Umsicht alle Eventualitäten adressiert haben. Im Vordergrund steht für uns nun eine lückenlose Aufklärung des Unfallhergangs."


